Donnerstag, 19. Oktober 2017
Die Aramäer (Suryoye) & Aram-Nahrin
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Die Aramäer (Suryoye) & Aram-Nahrin
Heimatland Tur Abdin (von Sebastian Brock)
Leben in der Diaspora
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Aram-Nahrin (Mesopotamien) ist das früheste Zivilisationszentrun im Vorderen Asien und liegt im Gebiet des heutigen Irak und Ostsyriens zwischen den Flüssen Euphrat und Tigris.Aram-Nahrin (Mesopotamien) war nördlich und südlich durch Zagros und Tauros (Gebirge) begrenzt. Westlich war es zur Syrischen Wüste hin offen. Der natürliche Reichtum des Landes hatte schon früh ärmere Völker aus den angrenzenden Gebieten angezogen. Daher ist die Geschichte der Region von ständigen Einwanderungen und Überfällen geprägt.


Während der Jahre 635 und 750 wurde Aram-Nahrin (Mesopotamien) von den Kalifen aus Aram-Damaskus, den Omaijaden, beherrscht. In dieser Zeit siedelten sich umherziehende Stämme in diesem Gebiet an, und die arabische Sprache begann die griechische und persische zu verdrängen. Konflikte zwischen den Muslimen führten zur Errichtung von Bagdad, der neuen Hauptstadt eines muslimischen Reiches unter dem Herrschergeschlecht der Abasiden. Die Kalifen von Bagdad führten türkische Leibwachen ein, die allmählich die Macht übernahmen und eigene Dynastien im Land gründeten.

Die Plünderung Bagdads durch die Mongolen im Jahre 1258, der Verfall der Verwaltung und weitere Angriffe durch Beduinen und Mongolen (im Jahre 1401) führten zum wirtschaftlichen Niedergang Mesopotamiens. Vom 16. bis zum 18. Jahrhundert kämpften die Türken und das persische Herrschergeschlecht der Safawiden um die Vorherrschaft in Mesopotamien. Die Türken gewannen schliesslich die Oberhand. Während des 1. Weltkrieges eroberten nach schweren Gefechten Britische Truppen das Gebiet. Der Völkerbund erteilte Großbritannien das Mandat über den Irak und Frankreich das Mandat über Syrien (=Aram). Der Irak wurde im Jahre 1932 und Syrien im Jahre 1945 unabhängig.

In den Städten Sindur, Amedia, Barwar, Zakho sowie Bothan des nördlichen Mesopotamiens sprechen die Juden gegenwärtig noch aramäisch, ebenso in Kurdistan: in Bashkala und Diza, in Persien: in Urmia (=Rizaijeh) und anderen Städten der Provinz Adurbajan (Aserbeidschan). In weiteren Teilen dieses Gebietes wurde das Aramäische durch die arabische und andere Sprachen verdrängt.